Man Ray
|
Der Martin-Gropius-Bau in Berlin hat während der Sommermonate eine Ausstellung des wichtigsten modernen Fotografen, Man Ray, zeigen können. Von Juni bis August konnten die Besucher über 300 seiner Werke, einschließlich Zeichnungen, Fotografien, Gemälden und Skulpturen aus der Sammlung Man Ray Trust bewundern. Es handelt sich um eine fast vollständige Ausstellung, die über den Künstler gemacht wurde. Seine Ausstellungsstücke decken 60 Schaffensjahre von New York bis Paris ab. Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg floh Man Ray vor den Nazis aus Paris und verbrachte zehn Jahre in Los Angeles, wo er seinem Leben ein Ende setzte. 1976 kam Man Ray jedoch wieder nach Paris zurück. Dort auf seiner Grabinschrift steht geschrieben: „Unbekümmert aber nicht gleichgültig" - identisch mit dem Titel seiner Ausstellung. Die Wahrheit ist, unbekümmert oder nicht, niemand verhält sich der Arbeit eines Mannes gegenüber gleichgültig, der den Vorläufer der New Yorker Dada und Surrealismus-Bewegung darstellt.
Man Ray war begeistert von der weiblichen Schönheit, die er mit seiner erotischen Kollektion von Fotografien deutlich zum Ausdruck brachte. Sie zeigen die sinnliche Kiki de Montparnasse, Dora Maar und natürlich Juliet Browner, die seine Frau wurde. Doch seine Werke decken auch Filme, Skulpturen, Zeichnungen und Plastiken ab, die alle vom charakteristisch irrationalen und traumhaften Elementen des Surrealismus beeinflusst sind. Seine Stücke zeigen eine extreme Sensibilität, die er wie kein anderer mit großartigem Können verschiedenster Fotografietechniken zu verbinden wusste. Rayografie, Solarisation, Granulation... Was heutzutage viele Künstler mit Photoshop nachahmen, konnte Man Ray mit chemischen Elementen erzeugen. Der Schlüssel seiner Werke liegt in seinen eigenen Worten: "The search of freedom and pleasure, that's all about my art."