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Krebsfest

Malin Larsson

Jedes Jahr im August wird in Schweden eine Kräftskiva organisiert. Eine Kräftskiva ist ein traditionelles Krebsfest, das ursprünglich aus Schweden stammt. Das Fest hat sich auch nach Finnland ausgebreitet, aber es wurde dort nicht Kräftskiva sondern Rapujuhlat genannt.

Das Krebsfest findet immer Mitte August statt. Der Grund dafür ist ein ehemaliges Gesetz, wonach man Krebse vor dem zweiten Mittwoch im August weder fangen noch verkaufen durfte. Seit 1994 gilt dieses Gesetz nicht mehr und Krebse werden in den Läden das ganze Jahr über verkauft. Die Tradition, das Fest zu diesem Zeitpunkt zu organisieren, ist jedoch geblieben.

Obwohl das Fest eine schwedische Tradition ist, haben die Tiere (Edelkrebs und Signalkrebse) nicht immer schwedischen Ursprung. Nach Überfischung und Krebspest gibt es nicht mehr viele Krebse in den schwedischen Seen und Flüssen.

Die Krebspest hat Schweden im Jahre 1907 erreicht und seither ist der Edelkrebs stark gefährdet. Eins der größten Probleme ist die Ansiedlung von Signalkrebse, weil diese Krebsart die Krankheit auf Edelkrebse überträgt, aber selbst dagegen resistent ist. Edelkrebse hingegen sterben nach wenigen Wochen. Heutzutage ist die Ansiedlung von Signalkrebsen zum größten Teil verboten. Dieser Maßnahme zum Trotz geht der Bestand immer noch zurück und viele Krebse werden aus China oder der Türkei importiert.

Ganz im Gegensatz dazu, was viele Schweden denken, ist das Krebsfest eine ziemlich junge Tradition. Historisch gesehen sind Krebse in Schweden nicht besonders populär gewesen. Anders in Deutschland. Es ist belegt, dass man während des Mittelalters in den Klöstern in Deutschland häufig und gern Krebs gegessen hat. Im Zusammenhang mit Schweden werden Krebse zum ersten Mal 1562 erwähnt, als König Erik XIV für die Hochzeit seiner Schwester eine große Menge von den Tieren bestellte.

Für eine lange Zeit war das Essen nur reichen Leuten vorbehalten. Die erste Kräftskiva, sowie sie heutzutage in Schweden gefeiert wird, soll erstmals 1893 stattgefunden haben. Diese Veranstaltung wurde von den Fischereivereinen durchgesetzt, um den ersten Tag im Jahr, an dem wieder Krebse gefischt werden durften, zu feiern.

Auf einem traditionellen Krebsfest soll es nicht nur Krebse auf dem Tisch geben, sondern auch Brot, Butter, Käse und Gerichte wie Kartoffelsalat oder mit Fleisch und Gemüse gefüllte Pasteten. Da das Krebsessen mit einer gewissen Klebrigkeit verbunden ist, sind auch eine Menge Servietten zu empfehlen. Nicht zu vergessen und fast so wichtig wie die Tiere selbst, sind Branntwein, Schnaps und Bier.

Eine Kräftskiva findet oft draußen in einem Zelt statt und geht lange bis in die Nacht hinein. Deshalb benutzt man viele Laternen und Fackeln. Die Tische sind festlich mit gefärbten Papiertischdecken geschmückt und über den Tischen an der Zeltdecke hängen Mond-Lampions. Danach werden den Gästen bunte Papier-Hütchen und Heftchen mit Schnapsliedern ausgeteilt.

Die Krebse werden kalt auf einer Platte serviert. Da sie in Dill-Wasser mit Bier, Salz und anderen Gewürzen gekocht werden, muss man damit rechnen, klebrige Hände zu bekommen.

Das erste was man beim Krebsessen macht, ist den Sud aus dem Krebs heraus zu saugen. Das wird am besten von der Unterseite des Tieres gemacht. Danach bricht man die Scheren ab und schneidet sie mit einem speziellen Messer auf, um das Krebsfleisch zu erreichen. Das meiste Fleisch findet man allerdings im Krebsschwanz. Der Krebsschwanz wird durch eine Drehung abgelöst. Danach ist es leicht, möglich das Fleisch herausziehen. Für einen besseren Geschmack sollte jedoch vor dem endgültigen Verzehr der schwarze Darm entfernt werden.

Die traditionelle Krebsfestregel ist, dass man für jede Schere einen Schnaps trinkt. Während einer Mahlzeit mit 10 bis 15 Krebsen pro Person ist es jedoch zweifelhaft, ob man sich an diese Regel halten kann. Vor dem Trinken des Schnapses singt man oft Schnapslieder. Diese sind kurze, bekannte Lieder, die immer mit einem Schnaps beendet werden. Eins von den populärsten Liedern lautet:

Helan går
Helan går, sjung hoppfadirallanlallanlej,
helan går, sjung hoppfadirallanlej.
Den som inte helan tar,
han heller inte halvan får,
helan gååååååååååååååååår!
sjung hoppfadirallanlej

Hier kommt der erste
Hier kommt der erste, singt hoppfadirallanlallanlej,
hier kommt der erste, singt hoppfadirallanlej.
Wer nicht den ersten nimmt,
der darf auch nicht den zweiten haben,
hier kommt der eeeeeeeerste!
Singt hoppfadirallanlej



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