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Vor Beginn der Wahl im Jahr 2007 war Frankreich eine diskrete Volkswirtschaft, trotz kleinerer Unstimmigkeiten, wie dem Veto von Jacques Chirac oder der Verweigerung am Irak-Krieg zu partizipieren. Die politische Situation in Frankreich unterscheidet sich nicht sehr von der Situation in vielen anderen Ländern. Es gibt Unmengen an Diskussionen und Wahlversprechen, die zu Streiksituationen führen und doch auf wenig Verbesserung schließen lassen.
Die Wahlen im Jahr 2002 wurden durch die Konfrontation der zwei rechten Parteien und durch das Ausscheiden der linken Vorsitzenden bestimmt. Im Jahr 2007 kam es zu einem Wechsel mit drei neuen Personen: Segolene Royal, Nicolas Sarkozy und François Bayrou. Das öffentliche Interesse innerhalb und außerhalb Frankreichs war immens. Frankreich wollte nochmal von vorne beginnen, um zugleich in eine bessere Zukunft zu starten und ein neues Wunder zu erleben. Das ein Mensch alles verändern und besser machen könnte, glaubten die Franzosen damals noch. Es gab zwei Optionen im zweiten Wahlgang: die Sozialistin Segolene Royal oder Mann aus der rechten Gruppe Nicolas Sarkozy.
Segolene war eine Frau, die sich für eine soziale Richtung Frankreichs einsetzte. Da die ganz Linken sie nicht unterstützten verlor sie den Wahlgang. Daraufhin gab sie zu, dass die zwei wichtigsten Hauptpunkte ihres Programms unmöglich zu realisieren waren, wie die 35-Stundenwoche.
Sarkozy brachte eine neue Meinungen ins Land und wollte einen Wechsel vollbringen, um Neues zu schaffen. Sein Augenmerk lag dabei mehr auf der Finanz-, der Wirtschafts- und Europapolitik, als auf einer sozialen Ausrichtung und der damit verbundenen Situation für Franzosen.
Doch wer ist Nicolas Sarkozy?
Er wurde im Jahre 1955 als Sohn einer ungarischen Familie im 17. Stadtbezirk von Paris geboren. Während seiner Kindheit wuchs er in Paris und Neuilly (eine schöne Stadt neben Paris) auf und genoss eine Erziehung nach dem Gaullismus. Sein Vater verließ die Familie als Sarkozy vier Jahre alt war. Seine Mutter war eine bekannte Anwältin. Er selbst hat einen Bachelor in den politischen Wissenschaften, verfasste eine Arbeit über das Referendum vom 27. April 1969 und erlangte einen Master im Privatrecht (1978). Ab 1981 war Sarkozy als Anwalt tätig.
Er wurde 1993 Finanzminister während der Regierung von Edouard Balladur und partizipierte ab 1974 in einer politisch-rechten Gruppe, die er ab 1999 leitete. In den Wahlen 2002 unterstütze er Chirac.
Später folgte die Arbeit für das Ministerium der inneren Sicherheit und Freiheit, danach wurde er wirtschaftlicher Finanz- und Industrieminister, daraufhin Innenminister und Minister für die Einrichtung von Gebieten. Die Anzahl der Jahre als Minister, insbesondere als Innenminister, sind sehr umstritten.
Nachdem Sarkozy 2007 gewählt wurde, sprach man von einer „vote utile", einer „nützlichen Wahl" (man wählt jemanden nicht wegen seiner Kompetenz und seines Wissens, sondern gegen den anderen Kandidaten). Sein Wahlprogramm mit dem Motto „Gemeinsam wird alles möglich" bestand aus 490 Wahlversprechen, von denen nach seinem Sieg mehr oder weniger eingelöst wurden. Heute ist er seit einem Jahr und drei Monaten der französische Präsident im Elysee-Palast. Seine Arbeit wird seither auch innerhalb der Partei kontrovers diskutiert. Entweder wird Sarkozy durch seine Reden und Erzählungen als der „beste demokratische Präsident" vorgestellt, der Frankreich eine perfekte Zukunft liefern wird oder, wie seine Gegner es behaupten, als „ein gefährlicher Größenwahnsinniger" in die Geschichte eingehen.
Ein großer Teil der Reform ist heute noch „in Bearbeitung". Aber seine Reformen, ob schon durchgeführt oder nicht, haben bereits in Frankreich und im Ausland viele Reaktionen hervorgerufen.
Sarkozy rühmt die Freiheit und die Menschenrechte weltweit, lädt jedoch Diktatoren aus Syrien und Libyen ein. Desweiteren ereignete sich eine Heldentat des französischen Präsidenten während des Mittelmeergipfels, als er die 43 Staatspräsidenten an einen Tisch brachte und den Mann repräsentierte, „der einen neuen Dialog zwischen dem Irak und den USA und einen großen Vorsprung für die Freiheit in der Welt vollbringen könnte". (Renee Girard, franz. Journalist)
Sarkozy repräsentiert den Anfang einer neuen Politik in Frankreich und im Ausland. Er hat Fehler gemacht. Seine Reden sind offen und direkt, durchzogen von unpolitischen Sätzen, die die Empfindlichkeit seiner Zuhörer angreift. Das schockt die Franzosen, die direkte Politik nicht gewohnt sind. Oft duzt er seine Gesprächspartner, was diese als großen Mangel an Respekt ansehen. Auch seine Äußerungen dem eigenen Land gegenüber sind mit negativen Aspekten besetzt. So Sarkozys Statement über die Streiksituation in Frankreich: „Wenn es heute einen Streik gibt, bemerkt es niemand!". Frankreich ist auf dem dritten Platz in der Liste mit den meisten Streiks weltweit nach Dänemark und Spanien. Da die Franzosen die täglichen Streiks mehr als genug kennen, verstärkt diese Äußerung des Präsidenten das Gefühl von Verdruss.
Der Staatspräsident macht in Frankreich wegen seines unvorhersehbaren Charakters vielen Menschen Angst, was mit ein Grund ist, warum seine Landsleute ihn mehr und mehr missbilligen und warum Zeitungen weltweit über ihn und seine Reden lachen und sagen, dass er ein „kling kling" Staatspräsident sei. Heute stehen nur ca. 30% der Franzosen zu seiner Politik, das als eindeutiges Indiz der französischen Haltung dem eigenen Staatsoberhaupt gegenüber angesehen werden kann.
Trotz der vielen Kritik, wird er vom Europäischen Parlament gebilligt, von der UNO dank seiner Reden begrüßt und von mehreren ausländischen Staatspräsidenten oder Ministern respektiert.
Nicolas Sarkozy wird noch für weitere vier Jahre der französische Präsident bleiben. Seine Wahl war eine französische „Poker Auswahl", um wieder in die internationale Szene zu kommen. Welche Entscheidungen und Entwicklungen in Frankreich in den kommenden Jahren vollzogen werden, ist wahrlich noch offen. Eines steht jedoch fest, der Diskussionsstoff wird dank dieses Präsidenten so schnell nicht ausgehen.