Sprungmarken: Navigation, Schnellsuche.

24.07.2008

Ein Hauch von Nepal in Berlin

Marie-Christin Ernst
_MG_3077.jpg

In diesem Winter wird eine Fotoausstellung des russischen Fotografen Ivan Dementievskiy in Berlin stattfinden, die sich an dem 1992 geschlossenen Abkommen über den Kulturaustausch Deutschlands und Nepals orientiert, um mit dem Projekt aktiv den Kulturerhalt zu sichern.

Ivan Dementievskiy fotografiert, um zum Träumen und Nachdenken anzuregen. Die Betrachter seiner Publikationen sollen ihren Blick auf die Welt weiten, was in den vergangenen Jahrzehnten durch die Schnelllebigkeit, durch die Hektik in der Gesellschaft und die verstärkte Individualisierung der Lebenslagen vernachlässigt wurde. Sein Ziel ist es, die Sicht der Betrachter für die Natur und Kultur zu schärfen, um den Facettenreichtum bestehender Naturschauplätze und dort lebender Völker erkennen und schätzen zu lernen.

Der Künstler, der 1976 in Kathmandu, Nepal geboren wurde, kam sehr früh mit der wunderschönen Vielfalt der tibetanischen Umgebung in Berührung und erkannte, wie viel Energie und Stärke jeder Einzelne aus dem Reichtum der Natur ziehen kann.

Seine Fotos ermöglichen den Eintritt in entfernte Orte, dessen Völker durch Momentaufnahmen eindrucksvoll den Weg in unsere Herzen finden sollen. Es wird nicht möglich, die Augen vor der Realität zu schließen, da seine Fotografien mit einer Intensität gespickt sind, die dies in keinem Falle zulassen.

Nicht nur seine Naturfotos stellen auf beeindruckende Weise die Schönheit ferner Landschaften dar, sondern auch seine Ethno-Fotografien bilden das Tor in fremde Kulturen. Der Betrachter wird Zeuge des Alltags der Protagonisten und kann ihr Leben wie in einem offenen Buch von den Gesichtern ablesen. Unkaschiert wird deutlich, warum es gilt, diesem Mann eine Plattform der Repräsentanz zu geben.

Seine Werke verstehen sich als Aufklärung, als Sinnbild eindrucksvoller Ästhetik ferner Kultur, die ein Teil der deutschen werden sollte. Die dargestellten Regionen- mit dem kulturellen Einfluss einzigartiger Völker, werden von Dementievskiy in einer Weise widergespiegelt, die es anderen Ländern, so auch Deutschland, ermöglichen durch atemberaubende Gebiete, wie Tibet, Indien, Syrien, Ägypten, Jordanien und Russland zu reisen. Der Betrachter, gehetzt durch den rasenden Alltag erhält die Möglichkeit für einen Moment inne zuhalten, um den Stimmen der dargestellten Menschen zu lauschen, um deren offen dargelegten Gefühle zu empfinden und mit ihnen im Einklang der Stille zu verweilen.

Dementievskiys nepalesische Fotografien demonstrieren die Abgeschlossenheit des Landes, aufgrund dessen es möglich wurde, dass sich eigenständige Riten, Kulturen und Traditionen entwickeln konnten. Auch wenn die westliche Welt gerade in der Hauptstadt Kathmandu Einzug hält und sich neben historischen Baudenkmälern und Gebäuden eine kleine moderne Kunstszene etabliert, zeigen Ivan Dementievskiys Publikationen das kulturelle Erbe Nepals.

Für Berlin als kulturellen Mittelpunkt Deutschlands, als Aushängeschild neuer Kulturszenen, wo Neues neben Altem erbaut wird, wo Russen neben Spaniern, Franzosen neben Ägyptern Tür an Tür in Harmonie leben, wo Prunk und Armut ineinander über gehen, kann eine Ausstellung dieser Form als Bereicherung des Kulturschatzes angesehen werden. Es fördert den Wertedialog in unserem Land und regt dazu an, ausländische Ansichten in die deutsche Kultur zu integrieren, um damit Sympathie für Deutschland zu erzeugen und ein zeitgemäßes Bild deutscher Kunst- und Bildungspolitik zu vermitteln.

In der heutigen Zeit steht Kunst- und Bildungspolitik in dem sich stetig vergrößernden Interesse der Öffentlichkeit, was es durch Projekte dieser Form zu unterstützen gilt. Kunst als Lehrinstrument fördert die durch Menschen mit Migrationshintergründen vielfach fortschreitende Globalisierung im Inland, es fördert das Verständnis für fremde Kulturen und ermöglicht traditionelle Entscheidungen anderer Kulturen zu akzeptieren. Auch das Auswärtige Amt hat sich der Potenzialförderung beider Länder angeschlossen und unterstützt mit dem Projekt „Deutschland und China- Gemeinsam in Bewegung“ nicht nur den wirtschaftlichen, sondern auch den kulturellen Austausch, welcher bisher auf eine große Resonanz in der Bevölkerung traf. Diese Richtung verfolgt auch die Ausstellung Ivan Dementievskiys, indem er durch seine Bilder Hinweise auf den Alltag und die Kultur der Völker gibt und damit Akzeptanz sucht.

In diesem Sinne wird im kommenden Winter von Ivan Dementievskiy in Kooperation mit dem Sprachenatelier Berlin e.V. eine einwöchige Ausstellung seiner schönsten Fotografien in Berlin stattfinden. Ort und Zeitpunkt werden rechtzeitig auf unserer Homepage veröffentlicht!



Sprungmarke: Seitenanfang.

Navigation


Schnellsuche:

Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.