Die Mütter vom Plaza de Mayo
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Der diesjährige 8. März erinnert als Internationaler Weltfrauentag an den Kampf der Frauen gegen Unterdrückung. Die Mütter vom Plaza de Mayo in Buenos Aires sind inzwischen ein nationales Symbol für dem Kampf um Gerechtigkeit. Seit mehr als 30 Jahren versammeln sie sich auf dem Platz vor dem Regierungspalast im Zentrum der argentinischen Metropole und erinnern an das spurlose Verschwinden ihrer Kinder während der Militärdiktatur.
Das Militärregime übernahm 1976 mit einem Putsch unter dem Kommando des Generals Jorge Rafael Videla die Macht in Argentinien. Es begann eine Zeit der grausamen Machenschaften im Land, bei denen bis zu 30 000 Oppositionelle und Regimekritiker von einem auf den anderen Tag von Sicherheitskräften des Militärs verschleppt wurden und nie wieder auftauchten. Seit dem 30. April 1977, dem Tag an dem sich zum ersten Mal 14 Mütter auf den Platz wagten um Aufklärung über das Schicksal ihrer verschleppten Kinder zu fordern, versammeln sie sich bis heute allwöchentlich jeden Donnerstag. Anfangs versuchten die Militärs die protestierenden Mütter mit Prügel zu vertreiben, sie boten ihnen hohe Summen an Schweigegeldern an und töteten nach zahlreichen Verhaftungen 3 ihrer Anführerinnen. Doch die Mütter blieben hartnäckig.Auch nach dem Ende der Militärdiktatur im Jahr 1983 gingen die Proteste weiter, denn bis heute sind viele der Mörder nicht zur Rechenschaft gezogen worden und viele Schicksale ungeklärt. Bis zum heutigen Tage treffen sich die "Madres" um vor dem Regierungspalast ihre Runden zu drehen und mit Transparenten und Fotos die Schicksale Kinder unvergessen zu machen. Ihre weißen Kopftücher sind zum universalen Symbol des Kampfes für die Menschenrechte geworden. Ihre Proteste bildeten den Grundstein für eine der wichtigsten Menschenrechtsbewegungen in Lateinamerika.
Die "Madres" sind heute eine internationale Institution. Sie betreiben eine eigene Zeitung, eine Buchhandlung, einen Radiosender und eine Universität. Auch wenn sie nach der langen Zeit die Hoffnung aufgeben mussten ihre Kinder lebend wiederzusehen, kämpfen sie darum, die Ideale ihrer verlorenen Söhne und Töchter weiterleben zu lassen.
Filme und Bücher zum Thema:"La noche de los lápices" (dt.: "Die Nacht der Studenten", wörtl. übersetzt > Bleistifte) ist ein schockierender Film des argentinischen Regisseurs Héctor Olivera aus dem Jahr 1986, der unter anderem im Jahr 1987 für die Goldmedaille des Internationalen Filmfestivals in Moskau nominiert war. Er berichtet über ein wirkliches Ereignis, das sich während der Studentenproteste in Argentinien im September 1976 zu getragen hat und das aufgrund der Berichte eines einzigen Überlebenden rekonstruiert werden konnte. Der Film erzählt die Geschichte von den ersten Studentenprotesten bis zum Jahr 1980, als Pablo Díaz, als einziger Überlebender, befreit werden konnte. Der erste Teil des Films zeigt die politischen Widerstandsaktivitäten der Jugendlichen, die schliesslich durch eine Razzia enden, bei der sie festgenommen werden und im Gefängnis landen. Der zweite Teil berichtet von den schrecklichen Zuständen im Gefängnis, den Folterungen und Demütigungen während parallel dazu die Situation der Familien und Befreier der Jugendlichen dargestellt wird. Im Zentrum des Films steht die psychologische Entwicklung der Personen, der wirtschaftliche und soziale Kontext bleibt eher im Hintergrund. "La noche de los lápices" erzählt ein Ereignis, das sich in jedem anderen autoritären Regime dieser Welt abspielen könnte und zeigt Menschen in der Situationen extremer Unterdrückung. Hauptdarsteller sind Alejo García Pintos, Vita Escardó, Pablo Novak und Leonardo Sbaraglia.
"Madres": DoKumentarfilm von Eduardo Walger(Filmfestival Mar del Plata 2007). Walgers Film nimmt eine sehr persönliche Perspektive ein: er lässt 17 der inzwischen fast 80-jährigen Mütter ihre eigene Geschichte erzählen. Als ein kollektiver Chor legen sie Zeugnis von 50 Jahren argentinischer Vergangenheit ab. Ihre Lebensgeschichten sind untrennbar mit den Schicksalen ihrer verschwundenen Kinder verbunden. Die Beteiligten erzählen die Geschichte der „Madres" und ihre ganz persönlichen Geschichten; ihr Leben, ihre Träume, Hoffnungen und Ängste in der Zeit vor, während und nach der Militärdiktatur. So unterschiedlich die Persönlichkeiten und die Geschichten der Frauen auch sind, eines haben sie gemeinsam: ihr leidenschaftliches Streben nach Rechenschaft, dafür kämpfen sie wenn es nötig ist, bis zu ihrem letzten Atemzug.
"Mein Name ist Luz": Fesselnder Roman von Elsa Osorio über die Suche eines argentinischen Mädchens nach seiner wahren Herkunft.
Systematisch wurden in den Jahren der argentinischen Miltärdiktatur Babys von Regimegegnerinnen, die im Gefängnis geboren wurden, geraubt und von Militäroffizieren adoptiert. Diese Kinder wuchsen oft Jahrzehnte lang im Unwissen über ihre wahre Herkunft auf. In Osorios Roman versucht eine junge Frau die dieser Praxis zum Opfer fiel, Licht in das Dunkel ihrer Herkunft zu bringen. Luz findet nach vielen Jahren heraus, dass sie nicht die Tochter ihrer vermeintlichen Eltern ist, sondern das Kind einer politisch Verfolgten. Sie macht sich auf die Suche nach ihrem wirklichen Vater und damit auf die Suche nach sich selbst. Alle Menschen, mit denen sie aufwuchs, die sie sie seit ihrer Kindheit kannte und liebte, geraten nun in ein eng vestricktes Netz von Täter-Opfer-Beziehungen. Ihre vertraute Welt gerät ins Wanken.