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04.03.2008

Die Sprache der Seele

Vergessen wir in Zeiten von „DSDS“ was Gesangskunst wirklich ist? Die Sopranistin Viviana Hernández über Leidenschaft und die spirituelle Bedeutung des Gesangs.

Maja Beckers , Catherine Hernandez Oyanedel
Für Viviana ist der Gesang ein „Ausdruck der Seele“. Wer singt ist nicht allein, sagt sie, wer singt, kann das Leben positiver sehen und wer singt besitzt eine außergewöhnliche Sensibilität. Durch den Gesang habe sie das Leben kennengelernt und gleichzeitig war er immer wieder der wichtige Balsam für ihre Seele.

Die charmante Frau hat ein beeindruckendes Charisma und man glaubt ihr, wenn sie sagt: „Zum Sänger wird man geboren“, nicht gemacht, das liege in der Seele, von Anfang an.
Schon sehr früh fällt das immerzu singende Kind auf und als Jugendliche gibt sie bereits Gesangs-Unterricht. Obwohl sie auch mehrere Instrumente spielt, bleibt das Singen immer ihre große Leidenschaft, ihre Art zu kommunizieren.

Viviana's Eltern waren bereits Opern-Liebhaber, durch sie hat sie die Oper kennengelernt, durch sie hat sie ein musikalisches Gehör entwickelt. Aber auch der Opa sei nicht ganz unschuldig gewesen, bereits der habe ständig gesungen, erinnert sich Viviana. Der Opa war damals von Italien nach Chile ausgewandert, hat dort geheiratet und eine Familie gegründet, für die er aber weiterhin strikt italienisch kochte. Viviana ist also in Chile aufgewachsen, hatte aber schon immer auch einen Bezug zu Italien. 1993 ließ sie sich für ein paar Jahre im Rom nieder. Auch in Wien hat sie zwei Jahre lang gelebt und studiert.

Es ist lange her, dass sie ihre Heimat verlassen hat, um die Welt zu bereisen.

Aber „als Künstlerin“ sagt sie, „reist man so viel herum, irgendwann fühlt man sich überall zuhause.“ Ihren letzten Auftritt hat sie in Brasilien gehabt - die Hauptrolle als Cio Cio Sun in der Oper Madama Butterfly. Seit drei Monaten lebt sie jetzt in Berlin. Hier gibt sie Gesangsunterricht, lyrischen und poppigen, an Schüler aus aller Herren Länder...

Viviana, die dem Gesang so viel spirituelle Bedeutung zumisst, scheint Recht zu behalten und Andere mit ihrer Begeisterung anzustecken. „Eine gute Gesangslehrerin“, sagt sie, „hilft ihrem Schüler zu erkennen, was in ihm steckt.“

Viviana muss ihrer Schülerin Xenia da etwas ganz tolles gezeigt haben, denn die ist von Frankreich nach Berlin umgezogen, um bei Viviana Gesangsunterricht nehmen zu können.


Das sagen ihre Schüler:
Nachdem die Französin Xenia im September 2007 zum ersten mal Unterricht bei Viviana genommen hatte, war sie hin und weg. Sie machte direkt Nägel mit Köpfen und zog von Strasbourg nach Berlin, um regelmäßig Unterricht bei ihr nehmen zu können. Sie schwärmt: „Viviana ist für mich eine wunderbare und außerordentlich Frau und Lehrerin. Wir verstehen uns sehr gut und sie ermöglicht es mir, meine Träume zu verwicklichen. Die Musik ist für mich meines ganzes Leben.“

Marcela wurde in Chile geboren, wohnt aber schon seit langer Zeit in den USA. Die beiden kennen sich seit sie 14 Jahre alt sind. Marcela sagt: “Einen guten Lehrer zu finden, der eine gute Technik hat, ist von elementarer Wichtigkeit. Die besten und bekanntesten Opersänger berichten immer wieder von der Wichtigkeit der richtigen Technik beim Gesang.“ Aus dem Grund kommt sie von New York nach Berlin. Viviana Hernández hat diese Technik.

Ihre wichtigsten Hauptrollen:

Sie sang die wichtigsten Hauprollen in den größten Oratorien von Haydn: Die Jahreszeiten, Die Schöpfung undDie NelsonMesse. Ebenfalls die Hauptrolle hatte sie in Der Elias von Mendelsohn, der Matthäus-Passion von Bach, der neunten Sinfonie von Beethoven, der Messias von Haendel und Mozart's Opern: Das Requiem, die C-Moll -Messe, Kvs 427, Das Exultate Jubilate Kvs 165, Vesperae Solennes de Confessori und die Bekennervesper.



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