Der amerikanische Regisseur Jim Loftus kennt sich bestens auf dem – meist nicht ganz ungefährlichen – Spielbrett der Politik aus. Mehr als 20 Jahre hat er für die Innen- und Außenpolitik der USA gearbeitet, wurde vom Weißen Haus mit Aufgaben betraut, hat Präsidentschaftswahlen begleitet und die USA in ausländischen Botschaften vertreten. Aus ebendiesen Erfahrungen speist sich sein Film Trade Routes, der zuerst als Roman konzipiert wurde. Loftus lebt seit 2003 in Sofia und daher war es nur logisch, dass der Film – bis auf einen Drehtag im türkischen Istanbul – in Bulgarien gedreht wurde. Die Hauptrollen rekrutierte der amerikanische Regisseur aus der ersten Schauspielerriege Bulgariens: Atanas Atanasov, Valentin Ganev sowie Kosta Tsonev und stellte so den Kontakt und die künstlerische Zusammenarbeit mit amerikanischen Kollegen wie Laura Giosh oder Ross McCall her. Auf diese Weise konnten sich die Authentizität eines postsozialistischen Landes wie Bulgarien und ein tiefsinniger, moderner westlicher Blick produktiv ergänzen. Und genau aus diesem Grund ist Trade Routes ein gelungener, gut recherchierter und mehrdimensionaler politischer Thriller – das spannende Ergebnis einer amerikanisch-bulgarischen Koproduktion.
Die Story: Im Film werden verschiedene menschliche Schicksale allmählich miteinander verwoben, die starken Charaktere überzeugen vor allem durch ihre Entschlossenheit und Zielstrebigkeit. Die 25-jährige Sarah Drucker entscheidet sich dafür, für die CIA zu arbeiten und erhält nach 5 Jahren ihren ersten Auftrag: Sie kommt undercover in die amerikanische Botschaft in Sofia und wird eine wahre Meisterin darin, Menschen zum Verrat ihrer Heimat zu überreden. Ein ähnliches Schicksal ereilt Stan Richter: Nach einem Fehler während einer Mission in Afghanistan soll der CIA-Agent seinen letzten Dienst erweisen, ebenfalls in Sofia. Der 30-jährige Grigor Marinov hat die schwere Aufgabe, die Wahlkampagne seiner Regierung zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen, wobei ihm jedes Mittel recht scheint. Der Lobbyist Tim Night, ein überzeugter Vertreter der amerikanischen Devise „time is money",unterstützt ihndabei mit Hilfe seiner TV-Spots. Ein weiterer Darsteller ist Aleksander Georgiev, nach 40-jährigem Dienst in der Staatssicherheit hat er sich in seine kleine Wohnung zurückgezogen. Seine einzigen Freunde und Verbindung zur Außenwelt sind der junge Marinov sowie Georgi, ein ehemaliger Kollege der Staatssicherheit, welcher inzwischen erfolgreich seinen dunklen Machenschaften nachgeht.
Der Film versucht auf glaubwürdige Art und Weise, die Geschichten dieser verschiedenen Menschen miteinander zu verflechten, die alle Gefahr laufen, von ihren gestellten Zielen – ihren persönlichen wie denen ihres Landes – abzukommen. Es bleibt die Frage, ob sie genug Kraft haben werden, den Verlockungen abseits der Route zu widerstehen, oder ob sie sich in diesem gefährlichen Spiel doch gänzlich verlieren werden!?