HELI HIETALA
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Heli Hietala wurde 1970 in Södertälj in Schweden geboren und lebt nun seit sechzehn Jahren in Helsinki, Finnland.
Sie studierte Industrie-Design in Kouvola und an der kunstgewerblichen Hochschule Helsinki. Durch ihre Nebenfächer „Malerei" und „Skulptur" stellte sie auch schnell ihre starke Affinität zur Kunst fest.
Viele Kunstwerke von Heli sind in zahlreichen internationalen Austellungen zu finden, u.a. in der 4th Applied Art Triennial TWO CLOSE ONES im Jahr 2006 im Estonian Museum of Applied Art and Design, auf dem ANTI-Kunstfestival 2003 in Kuopio, Finnland, in der 3x5 De Schmuck in der Galerie Roter Pavillon 2003 in Bad Doberan, Deutschland.
Neben ihrer Arbeit als Künstlerin, gibt sie auch Unterricht und macht Arbeiten im Bereich Grafik-Design. Heute bewegt sie sich irgendwo zwischen Kunst und Design, oft in Extremen von beiden. Ihre Kunstwerke haben verschiedene Ausgangspunkte, doch finden sich Ähnlichkeiten im Inhalt, der die letztendliche Form bestimmt. Ihr Ausgangspunkt war häufig die materielle Welt und deren Einfluss auf die Menschen.
Zunächst beschäftigt sie sich mit einem bestimmten Thema und entscheidet sich dann für das passende Material, das am besten ihre Idee vermittelt. Ein solches Projekt ist beispielsweise „Farben" aus dem Jahre 2005. Diese „Farben" sind 100 Wachskreiden in menschlichen Formen, die sie aus Wachsen und Farbpigmenten gegossen hat. Alle Kreiden haben dasselbe Gesicht, sind aber verschiedenen Alters und Geschlechts. Die Charaktere sind, je nach Farbe, unterschiedlich. Sie können z.B hell, metallisch, blass, dunkel oder transparent sein. Ihre Idee war es, zu zeigen, wie die einzelnen Charaktere über die anderen bestimmen, wie sie aufeinander reagieren und was bleibt, wenn sie benutzt werden. „Farben" wurde im Frühling 2006 auf dem „Applied Art Triennial" unter dem Namen „Two Close Ones" im Estonian Museum of Applied Art and Design in Tallinn, Estland ausgestellt.
Was sind deine aktuellen Projekte?
Ich bearbeite Figuren und Gussformen für eine Skulpturserie. Diese beschäftigt sich mit der Angst und der Ungewissheit vor der Zukunft.
Woher nimmst du die Inspiration für deine Projekte?
Ich spaziere oft in der Natur und während dieser Spaziergänge bekomme ich Ideen, die ich dann weiterentwickle. Die Natur beruhigt das Gemüt und gibt immer Inspiration!
Wenn ich dreidimensionale Kunst mache, handelt sie oft von dem Thema, wie schwierig es ist, ein Mensch zu sein. Der allmächtige Mensch, so wie er ist, komisch und lustig, war bis heute ein unversiegbare Inspirationquelle. Wenn ich male, lasse ich mich oft von der Natur beeinflussen, z.B. von den Jahreszeiten. Für mich wirdim Herbst die passende Melancholie zum Malen geboren. Obwohl die Natur dem Anschein nach im Herbst stirbt, schläft sie nur ein. Diese Idee habe ich oft beim Malen benutzt.
Was möchtest du durch deine künstlerische Tätigkeit erreichen?
Kunst ist für mich eine Lebensart, eine Weise zu denken und zu kommunizieren. Ein Leben ohne Kunst wäre für mich bedeutungslos.
Was ist das wichtigste Element deiner Kunst?
Am wichtigsten ist für mich die Meinungsfreiheit. Das bedeutet nicht immer ein Sprung zu etwas Unbekanntem, aber für die eigene Kreativität ist sie essentiell. Man muss die Grenzen erweitern, um etwas Neues zu finden.
Gibt es jemanden, der dich mit seiner Kunst besonders beinflusst hat?
Die Personen, die mich am meisten beeindruckt haben, sind Kaarina Kaikko und Pekka Jylhä. Beide sind Bildhauer und waren meine Lehrer. Sie sind für mich als Künstler sehr interessant. Ihre Motive haben oft zugleich Tiefe und Leichtigkeit.Kaarina macht große Installationen mit wiederverwendbarenMaterialien. Diese Installationen haben eine große Wirkung in Ausstellungsräumen. In Pekkas Kunst findet man Tiere und ein Quäntchen Märchenwelt. Wenn ich ihre Kunstwerke sehe, fühle ich mich sehr menschlich. Ihre Kunstwerke sind sehr kontrastreich zum kalten Effektivitätsdenken und der Bewunderung der Technik. Ich bin sicher, dass ich als Studentin von beiden beeinflusst wurde.
Welche Wirkung hat Kunst auf dich?
Ich kann durch Kunst denken. Kunst ist meine eigene Sprache. Manchmal breitet sich bei mir durch Kunst ein Wohlbehagen aus, aber normalerweise ist es für mich Arbeit, denn nur dadurch kann ich mich verbessern. Ab und zu läuft es ganz von allein und die Zeit vergeht ohne, dass ich es merke. Das ist der beste Moment. Ich genieße auch die Kunst anderer, und bekomme viel Energie, wenn ein Kunstwerk mir richtig gefällt. Kunst anzuschauen und zu erfahren ist einer großer Genuss, ein Weg zu einer anderen, manchmal auch zu einer echteren Welt. Es ist schon oft passiert, dass ich ein Kunstwerk mehrere Male, in regelmäßigen Abständen mir in einer Ausstellung anschaue.
Ist Kunst Sache des Künstlers?
Meiner Meinung nach lebt und existiert Kunst am besten, wenn Kunsterfahrung geteilt werden kann.Obwohl ich in meiner Kunst meine persönlichen Erfahrungen und Meinungen verarbeite, können die Kunstwerke eine andere Bedeutung für den Betrachter und einen anderen Einfluss auf sein Leben haben.