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Schneewittchens zauberhafte Welt

Sabrina Loos
Slideshow
Schneewittchen

„Manchmal, wenn mein Mann abends nach Hause kam, war das Schlafzimmer auf einmal das Wohnzimmer..."

Oriett Jurschak hat eine Leidenschaft: Sie liebt es, Dinge herumzuräumen und neu zu dekorieren, bunt zusammengewürfelte Sachen in einen harmonischen Einklang zu bringen und ihnen einen neuen Ausdruck zu verleihen.

Freunde drängten sie daher dazu, sich in einem eigenen kleinen Laden zu verwirklichen, woraufhin es im Jahre 1998 zur Eröffnung ihres ersten Second-Hand-Geschäfts in der Senefelderstraße kam – heute: „Die Froschkönigin".

Jurschak, die vorher in einer Kanzlei tätig war, fand immer mehr Gefallen an ihrer neuen Arbeit und entschloss sich vier Jahre später, einen zweiten Laden in der Hufelandstraße zu eröffnen. Mangels Zeit übergab sie „die Froschkönigin" nach einer Weile an eine Freundin und behielt sich vor, den 2002 gegründeten Laden weiter zu führen, den sie „Schneewitte" taufte.

Wer einmal die „Schneewitte" betreten hat, wird Jurschaks Sinn für Atmosphäre und individuelles Gestalten begreifen. Der Laden kombiniert auf wahrlich märchenhafte Art und Weise ein Sortiment aus Nostalgie und Moderne und lädt durch seine vielen kleinen Details und Akzente buchstäblich zum Stöbern ein, ohne dabei aufdringlich oder überladen zu wirken.

Angesprochen wird dabei zwar vornehmlich ein weibliches romantisches Publikum, willkommen ist aber natürlich jeder, insbesondere auch diejenigen, die ein Interesse an authentischen Antiquitäten haben. Auf Authentizität legt Jurschak nämlich großen Wert. Bei Entrümplungen oder Wohnungsaufgaben ist die Berlinerin oft zugegen und sucht sich dabei gezielt Gegenstände heraus, die auf sie eine besondere Wirkung haben oder mit einer interessanten Geschichte verwoben sind. So passiert es schon mal, dass es vier Stunden duldsames Zuhören braucht, um in den Besitz einer alten Handtasche zu gelangen. Diese Zeit ist es ihr aber allemal wert, wo doch jede einzelne Geschichte ihre Geltung hat und würdig ist, angehört zu werden. Darüber hinaus ist das Geben und Nehmen Teil ihrer Geschäftsmentalität, gleichwohl wie das Suchen und Finden zu ihren persönlichen Passionen zählt, auch wenn es noch so mühsam sein mag.

Jurschak möchte Menschen die Möglichkeit geben, sich für wenig Geld schöne Sachen kaufen zu können, denn Schnäppchen machen bekanntlich glücklich. Dabei bleibt ihr der Facettenreichtum ihres Ladens trotzdem ein Anliegen: Sowohl die brotlose Studentin als auch die edle Dame sollen nach Möglichkeit immer etwas in der „Schneewitte" finden können. Im Sortiment verstecken sich zwischendrin deshalb immer wieder Einzelstücke mit hohem materiellen Wert, generell werden übertrieben teure Markenartikel allerdings nur selten angenommen.

Was Oriett Jurschak spontan mit der „Schneewitte" assoziiert? Die Parodie eines Ausspruchs des Aristoteles: „Was es nicht alles gibt, was ich brauche."



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