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Natsume
Soseki, geboren 1867 in Tokio, japanischer Schriftsteller und
Anglist.
1900 wurde er von der von der japanischen Regierung nach
London geschickt, um dort englische Literatur zu studieren, aber
wegen vielfacher Schwierigkeiten bekam er eine Nervenschwäche. Um
nach der Rückkehr nach Japan die Krankheit zu beruhigen, schrieb er
1905 die Geschichte „Ich der Kater". Unerwartet kam sie in die
Zeitung und wurde in Fortsetzungen veröffentlicht. Und mit dieser
Geschichte tat er den ersten Schritt als Schriftsteller.
Nicht
nur durch seine Geschichten, sondern auch weil sein Porträt auf
alten Geldscheinen gezeigt wurde, ist er in Japan allgemein
bekannt.
Ich stelle hier seine erste Geschichte „Ich der Kater"
vor.
Die Hauptperson ist ein Kater und er wird von einem
englischen Lehrer (Soseki ist sein Modell) aufgenommen. Er beobachtet
den Alltag des Lehrers und seiner Freunde, die gesellschaftlich hohen
Stellenwert besitzen und beschreibt sie auf ironische, aber sehr
lustige Weise.
Die Geschichte fängt mit dem folgenden in
Japan berühmten Satz an:
"Gestatten, ich bin ein Kater!
Unbenannt bislang." Das klingt, als ob er auch in
gesellschaftlich hoher Position ist, und es klingt seltsam, aber
lustig.
Die Zeit ist 1904, im russisch-japanischen Krieg. Im
Modernisierungsprozess Japans wurde viel europäische Kultur
übernommen.
Der Lehrer und seine Freunde, die Intellektuelle
sind, diskutieren über europäische Kultur, Literatur usw. und leben
sorglos. Aber in der Zeit kommt der Individualismus aus Europa nach
Japan, wo bisher das Familiensystem normal war, und so änderten sich
das System und die Gewohnheiten langsam.
Es gab Erwartungen
für die neue Generation, aber auch Angst.
In der Geschichte
diskutieren die Leute über Individualismus und es wird gesagt
„Individualismus macht schließlich die Heirat unnötig." Das
ist wie eine Vorhersage, die nach 100 Jahren wahr wird.
Der
Zustand, dass diese Japaner die europäische Kultur interessant
gefunden haben, ist heutztage noch gleich. Unsere Denkweise hat sich
nicht sonderlich geändert, obwohl sich dazwischen so viele Sachen
entwickelt und unser Leben verändert haben, gibt es viele Sachen,
für die wir Sympathie empfinden können.
Der Kater, der auf
sich stolz ist, beschreibt seine Bewegung als sei sie edel, aber wenn
man sie sich genau vorstellt, ist es nicht besonders edel, es gibt
keinen Unterschied zu einer normalen Katze. Falls Sie einmal einen
Kater aufgenommen haben, können Sie sich vorstellen, wie er sich
bewegt.
Ich dachte es ist unmöglich, bei alter Literatur vor
Lachen zu brüllen, aber ich habe oft gelacht.
Die Geschichte
nimmt menschlische Schwächen aufs Korn, aber sehr humorvoll.
Nur
durch dieser Erklärung kann man natürlich nicht verstehen, warum
das Buch interessant ist.
Ich hoffe Sie werden es lesen.