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Ein
malerischer Roman von den Widerständen der modernen iranischen
Frauen zur Zeit der islamischen Revolution.
Parastu, eine
moderne Iranerin strebt nach einem Leben orientiert an ihren
Bedürfnissen und der Freiheit, als Individuum in einer traditionellen
Gesellschaft mit strikten Regelungen und strengen moralischen
Vorstellungen. Mit dieser Einstellung stößt sie jedoch auf
Widerstand.
Eine unverheiratete Iranerin mit, wie sich
herausstellt, einem unehelichen Kind und hinzu noch die westlichen
Attitüden. Sie raucht, kleidet sich nicht mit dem traditionellen
Tschador, ist belesen und empfindet es als unrecht, dass Männer mehr
Selbstbestimmung zugeschrieben wird als den Frauen.
Ihr Vater
und seine neue Familie, zu der sie nach dem Tod ihrer Mutter ziehen
muss, sieht sie als Sünderin an. Voller Hass auf die westliche Welt
wird Parastu die perfekte Projektionsfläche für den Neid und
Fanatismus ihrer Familie.
Nach ihrem Tod sieht sich Nilufar,
die Tochert Parastus, der gleichen Unbarmherzigkeit dieser Welt
ausgesetzt.
Nachdem aufgedeckt wurde, dass sie ein "Bastard"
ist und nicht wie vorgegaukelt, die Schwester der anderen Mädchen,
spürt sie, dass bereits mit der Geburt der Weg des Schicksals
geschrieben zu sein scheint.
Weder ihre eigene Familie, noch die
des Ehemanns nimmt sie liebevoll an. Als ihr Mann und ihr einziger
Schutz in dieser Gesellschaft, der islamischen Revolution zum Opfer
fällt, verlässt Nilufar jegliche Kraft und sie ehelicht einen Mann,
den sie nicht liebt. Mit ihm bekommt sie zwei Kinder und trotz Betrug
und dem Fehlen von Liebe, flüchten sie zusammen nach
Deutschland.
Nilufar akzeptiert die Trostlosigkeit ihres
Lebens und eben hier trifft sie einen iranischen Mann, den sie
aufrichtig liebt. Sie verlässt ihre Familie, um mit ihm ein
erfülltes Leben zu genießen und findet erschreckenderweise heraus,
dass er ihr Vater ist.
Der auktoriale Erzähler wird durch die
Schwägerin Parastus verkörpert und offenbart als außenstehende,
allwissende Person einen intimen Einblick in die Gefühlswelt der
Protagonisten.
Die häufig malerische Darstellung der
Protagonisten und ihrer Umwelt hinterlassen einen Eindruck der
Melancholie und Schwere. Das vollständige Weglassen von Kapiteln
schafft einen nahtlosen Übergang zwischen den Begebenheiten.
Der
Leser erhält einen gespaltenen Einblick in die Gefühle der
Gesellschaft zur islamischen Revolution. Die Oppositionellen fürchten
um eine diktatorische Einschränkung ihres Lebens bezüglich ihrer
Individualität und Bildung, während die tief religiös verankerte
Gesellschaft voller Wut und Entschlossenheit einem Wandel des Regimes
entgegensieht. Noshin Shahrokhi, 1964 in Teheran geboren, lässt in
ihrem ersten deutschsprachigen Roman, ihre persönlichen Eindrücke
zur islamischen Revolution durch die modernen Frauen des Irans wirken
und hinterlässt einen tiefen Eindruck beim Leser. Sie selbst
studierte Germanistik und Religionswissenschaften in Deutschland und
gibt in ihrem Roman zu erkennen, dass es nicht nur die bösen Männer,
sondern auch die fanatisch traditionellen Frauen des Irans sind, die
sich gegen die Emanzipation der Gesellschaft stellen.
Ein
empfehlenswerter Roman, der eine Einsicht in die Beengtheit dieser
gesellschaftlichen Normen bietet.