In der von Gegensätzen geprägten, ungestümen Welt des gegenwärtigen Istanbul, entspinnt sich unter Elif Shafaks Feder, ernst und komisch zugleich, eine Kontinente und Zeiten überspannende Erzählung. Sie widmet sich den glanzvollen wie auch schmerzhafteren Kapiteln der öffentlichen türkischen Historie, aber auch dem privaten Schicksal zweier Familien und vieler starker Frauen, die sich allen Widrigkeiten zum Trotz den aufrechten Gang durchs Leben nicht verbieten lassen. Der Bastard von Istanbul kennt nicht nur schwarz oder weiß und erzählt keine Geschichte über eine süße Rache. Hier strahlt aus jeder Zeile die Zuversicht derer, die wissen, dass eine süße Speise manchmal erst durch eine bittere Zutat ihr volles Aroma entwickeln kann.
Elif Shafaks Roman Der Bastard von Istanbul wurde bereits kurz nach seinem Erscheinen im März 2006 in der Türkei zum Bestseller. Gleichzeitig wurde der Roman aber auch von nationalistischen Gruppierungen aufs Schärfste kritisiert und die Autorin musste sich auf Grund provokanter Äußerungen ihrer Romanfiguren vor Gericht verantworten.
Doch abseits jedes politischen Diskurses ist Elif Shafak vor allem eines: eine großartige Erzählerin. Ernst und feinfühlig und gleichsam äußerst humorvoll entspinnt sie eine Kontinente und Zeiten überspannende Erzählung voller mutiger Tabubrüche und skurriler Charaktere.