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Sügisball
(Herbstball) (2007) ist der erste Spielfilm von Veiko Õunapuu, der
nach Vorlage der gleichnamigen Novelle von Mati Unt gedreht wurde.
Bei den 64. Internationalen Filmfestspielen von Venedig wurde
Sügisball mit dem Orizzonti-Preis ausgezeichnet. Der größte Erfolg
den ein estnischer Film bislang verzeichnen konnte und auch der
einzige estnische Film, der für das Hauptprogramm der Festspiele
ausgewählt wurde.
Sügisball erzählt die Geschiche
verschiedener Charaktere, die durch die sogenannte Schlafstadt, das
Plattenbauten-Gebiet Lasnamäe in Estland, verbunden sind. "In
jedem dieser verdammten Kästen ist ein Mensch, der glücklich sein
will", sagt Mati, die Haupfigur des Films, ein Schriftsteller
mit zerbrochener Ehe. Er spioniert hinter dem Fenster seiner Ex-Frau
und sucht erfolglos nach neuen Beziehungen. Es gibt den
Rezeptionisten Theo, der Namen und Sternzeichen aller Frauen notiert,
mit denen er schläft. Die alleinerziehende Mutter Laura, die in
einer Fabrik arbeitet und ihre Abende mit Soap-Operas und einem
kleinen Schnaps verbringt. Maurer, ein kalter Architekt, der keine
Gefühle mehr für seine Frau zu haben scheint und ein einsamer
Friseur, der den Kontakt mit Lauras Tochter sucht, aber misverstanden
wird.
Der Film verbindet seine Charaktere in einer Geschichte
über Einsamkeit aus verschiedenen Winkeln und mit verschiedenen
Bedeutungen. Jeder findet hier in seiner eigenen Interpretation einen
Zugang zum Gefühl der Einsamkeit.
Verdeutlicht wird diese
Empfingung durch die charakterlosen Plattenbauten, grau wie Matis
Gefühle, in denen tausende von Menschen mit ihren Träumen leben und
auf ihr Glück warten. Auf diese Weise kommt der Film dem Zuschauer
langsam näher und ergreift ihn am Ende vollkommen.