Takashi Murakami
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Takashi Murakami, geboren in Tokio 1962, sieht sich selbst als den Repräsentanten japanischer Kultur in der Welt, vermutlich zu Recht, denn er ist einer der östlichen Künstler mit dem größten internationalen Ruhm. Sein Geschick ist es, uns die faszinierende Welt um Japan herum zu zeigen, den entfremdeten Zusammenhang zwischen den tiefen Wurzeln der kulturellen Traditionen Japans und der absoluten Moderne, ist einzigartig. Mit verschiedenen Medien wie Malerei, Bildhauerei, Industrie-Design, Animation und Mode hat er eine fantasievolle Welt geschaffen, die durch Einflüsse von Pop Art und Massenkultur für sich selbst spricht.
Sein ästhetisches Konzept entspringt der Beziehung zwischen Anime (Animation) und Manga (Comic), beide Richtungen sind mit der Otaku-Subkultur verbunden. Otaku verweist auf die jungen, zurückgezogenen, besessenen Fans dieser Genres. Murakami wollte eigentlich ein Otaku-König werden, da er das jedoch nicht schaffte, entschied er sich, Künstler zu werden.
Im Jahr 1993, während seiner Bemühungen eine eigene Identität zu schaffen, kreierte Murakami ein zweites Ich mit dem Namen Mr. DOB. Der Charakter des Mr. DOB wurde beeinflusst durch das SEGA Maskottchen Sonic und durch den beliebten japanischen Comic-Charakter Doraemon. Sein Avatar ist aus einer gekürzten Version der Dada-Redensart „Dobojite, dobojite" (Warum?Warum?) entstanden. Murakamis Inspirationen beginnen also nicht mit einem Bild, sondern mit einem Wort oder Satz. So sind bisher alle seine Ideen entstanden.
Der Charakter Mr. DOB hat sich seit seiner Erschaffung immer wieder verändert. So wie Murakamis Karriere sich entwickelte, so entwickelte sich auch Mr. DOB. Von einer Ballon- ähnlichen Form mit unschuldigen Augen und heiterem Lächeln in den 90ern verwandelte sich die Form 1998 in „The Castle of Tin Tin" in eine Kreatur mit grausamen Zähnen und verstörten Augen. Nach 2000 wurde Mr. DOB zu einem gigantischen Monster, aus dessen Maul Speichel und unbekannte Substanzen heraussickern, ein Sinnbild für den Wunsch der Gesellschaft nach unendlichem Konsum. Das ganze trug den Titel „Tan Tan Bo Pucking-a.k.a. Gero Tan" (2002).
Bei Murakami werden Gegensätze extrem überspitzt: Gut und Böse, Anmut und Perversion, Humor und soziale Ankläge. Seine Arbeiten sind häufig Bilder in angenehmen, fröhlichen Farben, die jedoch komplexe, dunkle Themen ansprechen. In der Tat ist es für Murakami eine Herausforderung geheime Botschaften in seinen Arbeiten zu verstecken, nur um die Kritiker zu prüfen und herauszufinden, in welchem Ausmaß sie die Bedeutungen der Botschaften erkennen.
Als Designer versucht er aufzuzeigen, wie die Erfahrung der nationalen Niederlage eine graphische Subkultur geschaffen hat, die besessen von dem „post-nuklearen Erhabenen" ist.
Eine stimulierende Mischung aus Schrecken und Sehnsucht, wie die bunten Pilze, die in vielen seiner Kreationen auftauchen. So wie ein Kind den Schrecken abstrahiert, der schön sein kann.
Murakami gehört zu einer Generation von Künstlern, deren bildhafte Sprache Motive gängiger Kultur und die formalen Qualitäten traditioneller japanischer Kunst, wie Ebenheit, Muster und aufwändige Ornamente, verbindet. Eine eigene Welt, die sich zwischen Tradition, zeitgenössischen japanischen Trends und amerikanischer Pop-Subkultur bewegt. Murakami ist ein japanischer Andy Warhol, der die Kunst des Nichts verehrt.