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Mit Glaube an Guatemala - Interview mit Alejo Crisóstomo

Ana Fernández Leiva
Alejo Crisóstomo

In seinen Händen: Die Illusion eines ersten Spielfilms und ein ansteckender Optimismus. Mit 33 Jahren präsentiert der Guatemaler Alejo Crisóstomo mit einem Projekt, das das Kino seines Landes zu fördern versucht, sein Debut auf der großen Leinwand. In dieser Richtung hat er für mehr als zehn Jahre gearbeitet, indem er als Regisseur von Kurz- und Dokumentarfilmen und Animationen tätig gewesen ist. Sein Erstlingswerk, "Fe" (Glaube), ist bisher sehr erfoglreich gewesen, denn es hat viele Preise, wie den von Locarno, gewonnen. Außerdem bekam das Projekt Finanzierungen von anerkannten Institutionen wie Cinergia und dem internationalen Filmfestival von Göteborg.

Alejo besitzt ein positiveres Gefühl über seinen Spielfilm, seit er bei der Berlinale innerhalb der Sektion Talent Campus teilnahm. Jetzt muss er noch ein paar Verbesserungen an seinem Drehbuch vornehmen und die Wahl der Drehorte treffen, aber "Berlin ist wichtig gewesen".

Ich habe mich mit ihm am "roten Bären", dem Symbol der Berlinale, getroffen. Wir gingen spazieren und begannen uns zu unterhalten...

Du hast gerade das Projekt Deines ersten Spielfilms "Fe" präsentiert, mit dem du Finanzierungen von Cinergia und von dem internationalen Filmfestival Göteborg bekommen und Preise des Festivals von Locarno gewonnen hast. Glaubst du, dass die Berlinale der Schlüssel für den Beginn der Dreharbeiten zu "Fe" sein könnte?

Das ist das zweite Mal, dass "Fe" finanzielle Mittel von Cinergia bekommen hat. Das letzte Jahr erhielt der Film eine Förderung des Göteborg Festivals in der Kategorie Projektentwicklung. Dieses Jahr bekam das Filmprojekt separate Unterstützung, 12.500 Euro von Cinergia und 12.500 Euro von Göteborg, die Förderungen für die Produktion eines Projektes vergeben. Während dieses Festivals sind wir zum Festival von Locarno in die Schweiz eingeladen worden, wo auch die Regierung von Frankreich einen Preis für Projektentwicklung an "Fe" verliehen hat.

Bei der Berlinale wurde das Projekt konkreter. Neue Produzenten warten darauf, die letzte Version des Projektes zu lesen, um sich entscheiden zu können.

Besteht große Konkurrenz innerhalb von Talent Campus? Wie hast du das Niveau empfunden?

Ich empfinde es nicht als Konkurrenz. Mir geht es eher darum, Menschen kennenzulernen und neue Erfahrungen zu sammeln. 2005 bin ich auch zur Berlinale eingeladen worden. Das war alles total neu für mich und es hat mir geholfen zu realisieren, wie der audio-visuelle Markt funktioniert. 2009 sehe ich es als eine Plattform, um Erfahrungen zu teilen und Menschen aus allen Teilen der Welt zu begegnen. Hier treffen sich Projekte von Regisseuren aus Asien, aus Afrika... Eine Menge Jugendliche, die dasselbe tun wie du, aber in einem anderen Land. Wir sind sehr dankbar, hier zu sein.

Kehrst du mit einer positiven Vision nach Guatemala zurück?

Ich kehre sehr optimistisch in mein Land zurück. Zur Zeit liegt die Verantwortung im Unterschied. Die Kurzfilme helfen beim Lernen. Als Regisseur bin ich viel gestresster wegen dieses Spielfilms, denn ich habe Angst, dass es am Ende nicht so sein wird, wie ich es erwartet habe. Auch als Produzent lerne ich dazu. Es ist ein sehr langsamer Prozess.


Du hast eine umfassende Erfahrung mit Kurz-, Dokumentarfilmen und Animationen. Wie nimmst du deinen ersten Spielfilm in Angriff?

Mit Lust. Ich will etwas machen, das den Menschen hilft. Ich will die Realität von Guatemala versinnbildlichen.

Warum "Fe"?

Für Guatemala. In meinem Land gibt es große Klassenunterschiede. Mit einer indigenen Bevölkerung von 60% kann man keine Lösung finden, um den Leuten die Chancen anzubieten, die sie verdienen. Die evangelische Religion hat Boden zwischen den Einwohnern gewonnen und in ihr gibt es viel Heuchelei.

Das Projekt, das du präsentiert hast, ist sehr gut aufgenommen worden. Welcher Prozess geht dem voraus?

Vor allem das Drehbuch zu vervollständigen und die Produktion zu strukturieren, um sie Ibermedia (Der Amerikanische Fundus für Hilfe) präsentieren zu können. Es ist das erste Mal, dass Guatemala teilnimmt. Wenn es gut läuft, werden wir im Januar 2010 mit dem Dreh beginnen. Außerdem müssen Schauspieler gecastet und die Drehorte in Guatemala konkretisiert werden.

Welche finanziellen Mittel stehen dir zur Verfügung?

Bezüglich der Finanzierungsmittel sprechen wir über Cinergia, Locarno, sowie die Hilfe von Casa Comal, dem nationalen Produktionsvertrieb.

Ist Religion ein Thema, das man im Kino Guatemalas behandeln kann? Wie geht die Regierung mit diesem Thema um?

Wie ich bereits gesagt habe, wächst die evangelische Religion und ein solches Thema ist in Guatemala immer anfällig. Die Regierung ist sehr aufmerksam, aber bisher waren sie sehr zufrieden mit allem, was ich gemacht habe. Eigentlich beobachtet die aktuelle Regierung das Kino im allgemeinen sehr aufmerksam. 2008 kreierte der Kultusminister die Plattform, um sich mit uns zu verbinden und mit einem Gesetzesentwurf beginnen zu können. Trotz der Regierungsänderung, hat man uns Kontinuität, Intensität und mehrere Mittel gewährt.

Denkst du, dass die religiöse Unterdrückung, unter der die Menschen leben, der guatemalischen Gesellschaft bewusst ist?

Es ist ihnen nicht bewusst. Aber ich will auch nicht sagen, dass die evangelische Kirche schlecht ist. Es ist nur, dass wir blind vor der Religion, vor dem Aberglauben sind. Das Problem ist, dass in Guatemala die Durchsetzung einer einzigen Religion den traditionellen, guatemalischen Glauben vernichtet und das bedeutet das Ende der Identität eines Volkes.

Wie sieht das Kino in Guatemala aus?

In Guatemala ist die Industrie neu. Wir haben 100 Jahre nach der Erfindung des Kinos angefangen. 1994 beginnt mit "dem Schweigen" das Kino meines Landes. Der „Fundus der nationalen Unterstützung" präsentierte dem Kongress gerade ein Kinogesetz, das jetzt durchgearbeitet wird.

Die Produktionen der jungen Regisseure basieren auf den sozialen Problemen des Landes. Beispiele können in deiner Filmografie gefunden werden: "Blanca", "Die vierte Macht", "Die Abenteuer von Junaipu" und "Luna"...

Wie jede Ausdrucksform der Kunst ist dies ein Werkzeug, um sich auszudrücken. Eine Reaktion bei den Leuten zu erwirken ist wichtig, aber Filme für das Publikum zu schaffen, ist das wichtigste. Das Kino ist für die Leute, die man erreichen will.



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