Foto: Alina Glasovas
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Alina Glasovas Liebe für Fotografie begann in einem Badezimmer. In ihrer Kindheit lernte sie die Magie der Fotografie zu verstehen, als sie mit ihrem Vater Fotos entwickelte. Seither wandelte es sich in ihre Leidenschaft, ihre Lebensart und ihre Art die Dinge zu betrachten.
Experimentieren ist ihre Art, sich der Fotografie anzunähern. Objekte, Formen, Linien und Farben erreichen in ihrer Arbeit eine neue Dimension. Alles scheint eine andere Bedeutung anzunehmen, in einem Spiel von Doppeldeutigkeit, welche ihre Fotografien in Gedichte verwandelt. Visuelle Metaphern, die den Betrachter in einen spielerischen Zustand versetzen.
Ihre Kompositionen beginnen immer auf einem mentalen Level. Sie stellt sie sich vor und fertigt eine Skizze an, bevor sie mit dem Fotografieren beginnt. Somit beginnen sie zu leben, bevor sie existieren. Manchmal resultiert ein anderes Ergebnis als sie erwartet hatte und gelegentlich werden die Bilder durch dieses Unerwartete gerade so besonders.
Objekte erwachen in ihrer Arbeit wieder zum Leben, um uns eine Geschichte zu erzählen. Der Zuschauer wird in eine eigene Welt versetzt, in der uns Dinge zum Spielen einladen. Die alltäglichsten Kleinigkeiten sind Inspiration und sie werden zu Erzählern und Hauptdarstellern.
Versteckt im täglichen Leben erheben sich neue Dimensionen, die die Wahrnehmung der unmittelbaren Realität verändern. Absurdität, Paradoxie, Humor... Durch das Konzept wird ein Prozess angeregt, das Objekt zu überkommen und eine dadaistische Dekontextualisierung aufzubauen. Die Ironie, mit der sie erkennbare Modelle angreift, begründet eine Beziehung mit dem Zuschauer, welche ihn auf Wege eines Paralleluniversums führen. Die Fotografien sind nicht nur eine Betrachtung dessen, was bereits da war, sondern besitzen auch eine Verbindung für das, was verschwindet.
Ihre metaphorische Fotografie konzentriert sich auf einfache Verschiebungen, die je nach Blickwinkel die eigentliche Figur verändern. Glasovas Arbeit ist durch einige täuschende Objekte gegliedert, die hinter ihrer gewöhnlichen Erscheinung, die wir erkennen (ein Stift, ein Handschuh, eine Kerze, ein Apfel etc.), eine Fremdartigkeit verbergen, die eine neue Empfindung erzeugen. Diese verhindert die Fotografien nur als Stillleben zu betrachten.
Obwohl sie immer nach einer besonderen Perspektive bei den fotografierten Gegenständen sucht, verwirklicht diese russische Künstlerin nicht all ihre Arbeit im Studio. Ihre Serie über russische Kirchen zum Beispiel. Obwohl die meisten von ihnen sehr touristische Orte sind, erfasst sie in allen eine spezielle Aura. Sie wirken wie Orte jenseits von Zeit und Raum, in einer Welt, die mehr traumähnlich als real erscheint.
Alles ist ein Spiel, in dem der Zuschauer Dinge sieht, ohne sie wirklich zu sehen. Und in dieser Reflektion, in dieser indirekten Vorstellung findet man die Magie. Objekte, Orte, Menschen... all diese kommen vor ihre Linse und sind nie wieder das, was sie einmal waren. Dasselbe zu sein und etwas anderes zu offenbaren ist Alinas Talent: Das Gewöhnliche in Magie zu verwandeln.