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Yusuf Islam war als Cat Stevens eine Poplegende, einer der bedeutendsten Musiker der 70er Jahre. Heute ist er ein wichtiger Repräsentant der Muslime in Großbritannien, Botschafter für den Frieden und Vermittler zwischen den Kulturen.
1977 konvertiert er zum Islam und zieht sich 1978 dann völlig aus dem Musikgeschäft zurück. Fast 20 Jahre lang bleibt es musikalisch still um ihn. Ab 1995 veröffentlicht er wieder einige CDs, mit Liedern, die jedoch haupsächlich religiöse Inhalte haben. Es entsteht eine CD über das Leben des Propheten Muhammad, "The Life of the last Prophet", sowie eine CD für Kinder, "A is for Allah". Diese werden allerdings in den westlichen bzw. nichtmuslimischen Medien nicht oder nur kaum wahrgenommen. 2006 veröffentlicht er sein Comebackalbum "An other Cup" und knüpft an seine damaligen Erfolge an.
Yusuf Islam wird 1948 als Steven Demetri Georgiou, Sohn eines griechischen Zyprioten und einer schwedischen Mutter, in London geboren. Als Sänger und Songwriter wird er, unter seinem ehemaligen Künstlernamen Cat Stevens, weltweit berühmt.
In den 60er Jahren schreibt er seine ersten Songs. "I love my Dog" erscheint am 30. September 1966. Mit dieser Single landet er mit gerade 18 Jahren seinen ersten großen Hit. Danach spielt er viele Tourneen und veröffentlicht bis Ende der 60er Jahre ca. 30 Songs.
1968 kommt es zu einem vorübergehenden Ende seiner Karriere, als er an Tuberkulose erkrankt.
Seine Krankheit ist eine Art Notbremse. Zuvor spielt er jeden Abend mehrere Konzerte und ist ständig unterwegs. Völlig auf seine Karriere bedacht, vergisst er auf sich selbst zu achten. Die Erkrankung ist ein Schlüsselereignis, das ihn wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt. An Sterblichkeit und Vergänglichkeit erinnert, beginnt er sich mit Fragen nach dem Sinn des Lebens auseinanderzusetzen und begibt sich auf eine lange intensive Suche nach einer spirituellen Wahrheit.
1970 meldet er sich nach seiner Auszeit mit dem Album "Mona Bone Jakon" zurück. Seine Musik hat sich verändert. Sie ist jetzt tiefgründiger und durchdachter. Songs wie "Peace Train" und "Morning has Broken" deuten bei genauerem Zuhören auf seine spirituelle Suche hin. Die folgenden Alben "Tea for the Tillerman" und "Teaser and the Firecat" inspirieren ein ganze Generation. 1971 schreibt er die Filmusik für "Harold und Maude" und erntet auch damit großen Erfolg. In Folge erscheinen die Alben "Catch Bull At Four "(1972), "Foreigner" (1973) und "Buddha And The Chocolate Box" (1974) . Alle spiegeln Yusufs spirituelle Suche wieder, seine Fragen, Vorstellungen und Wünsche. Besonders "Buddha And The Chocolate Box" verdeutlicht sein "Leben in zwei Welten", der Buddha repräsentiert die spirituelle Welt, die Schokolade die "süße Verlockung der materiellen Welt".
Ein Schlüsselereignis, das dazu führt, dass Yusuf sein Leben komplett verändert, ereignet sich 1975. Er hat einen Schwimmunfall an der Küste Malibus, der ihn beinahe das Leben kostet. Er gerät in eine Strömung und wendet sich in seiner Not an Gott. Durch eine günstige Welle wird er gerettet. Dieses Erlebnis bringt ihn zu der Erkenntnis, dass es eine höhere Gewalt geben muss, die über Leben und Tod entscheidet.
Zu seinem 28. Geburtstag 1976 bekommt Yusuf von seinem Bruder einen Koran geschenkt. Am Koran begeistert Yusuf die einmalige Art und Weise, in der Gott mit den Menschen kommuniziert - für ihn eine neue Welt: "Der Koran war so anders als alle Bücher, die ich kannte. Trotzdem kamen mir die Worte irgendwie bekannt vor. Ich las und dachte, das kann kein Mensch geschrieben haben. Ich entdeckte plötzlich die Wahrheit."
1979 erscheint mit " Back To Earth" sein (vorerst) letztes Album. Da er zum Islam konvertiert und seine Zeit der Religion widmen möchte, zieht er sich kurz nach der Veröffentlichung aus dem Musikgeschäft zurück. In dieser Zeit ändert er auch seinen Namen. Cat Stevens nennt sich von nun an Yusuf Islam.
In den folgenden Jahren wird es ruhiger um Yusuf Islam. Er distanziert sich vom Musikgeschäft, um sich um seine Familie zu kümmern und sich auf seine Religion zu konzentrieren. Der Islam verbietet Musik nicht ausdrücklich, aber Alkohol, Streit, falsche Idole und ähnliches sind im Koran verboten. Yusuf Islam distanziert sich von der Musikbranche, da er dort von diesen negativen Einflüssen umgeben ist.
Viele der Fans können den plötzlichen Ausstieg aus dem Musikgeschäft nicht verstehen und auch die Medien nutzen ihre Gelegenheit, über angebliche Sensationen zu berichten.
1989 gerät Yusuf durch negative Schlagzeilen ins Rampenlicht und wird in den Medien als radikal dargestellt, weil er angeblich eine Fatwa des damaligen iranischen Herrschers Ayatollah Khomeini gegen den Schriftsteller Salman Rushdie unterstützt. Rushdie hat mit seinem Buch "Die Satanischen Verse" weltweit für viele Debatten gesorgt. Yusuf Islam gerät in die Kritik, als er sich in einer Diskussion mit Studenten zu diesem Thema nicht eindeutig von der Fatwa distanziert.
1995 veröffentlicht Yusuf Islam eine CD über das Leben des Propheten Muhammad. Man hört ihn erstmals wieder singen bei dem historischen Lied über den Propheten, „Tala'al Badru Alayna", begleitet nur von Handtrommeln. Er veröffentlicht einige weitere CDs mit islamischen Liedern. Darunter beispielsweise auch ein Musikprojekt mit Kindern "A is for Allah". Auch verhilft er muslimischen Künstlern wie etwa Zain Bikha oder der Gruppe Raihan zu Erfolg. In der gesamten muslimischen Welt hat er mit diesen musikalischen Projekten großen Erfolg und gehört, zu den Wegbereitern einer neuen islamischen Popwelle, die heute durch Künstler wie z.B. Sami Yusuf angeführt wird. In den westlichen Medien nimmt man ihn hingegen kaum wahr.
Er engagiert sich in verschiedenen humanitären und sozialen Projekten, u.a. in Bosnien. Viele Menschen sehen ihn als Botschafter zwischen den Kulturen. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ist er besonders engagiert und setzt sich für einen friedlichen Islam ein. Dieser Einsatz ist wohl auch einer von mehreren Gründen, warum er 2006 nach fast 30 Jahren wieder in die Musikbranche zurück kehrt. Die Musik als Brücke zwischen den Kulturen, dem Westen und der islamischen Welt, als Sprachrohr für den Frieden, der Weg die Herzen der Menschen zu berühren, ein Beitrag zum Frieden.
Im Juni 2006 veröffentlicht er als Yusuf sein Comebackalbum "An other Cup". Das Album enthält sowohl neue Songs, als auch einige neu aufgenommene und überarbeitete Hits aus seiner Zeit als Cat Stevens. Das Cover der CD orientiert sich an dem Cover seines erfolgreichen Albums "Tea for the Tillerman". Zusammen mit dem Wortspiel soll die Veränderung seit dieser Zeit angedeutet werden. Eine Veränderung, die wohl nicht nur seine Person betrifft... Das Album ist sanft und die Texte sind lesenswert. Mit dem Motiv der Teetasse wird Bezug zu den Teehäusern und Kaffeehäusern genommen. Ein Merkmal aus dem orientalischen, muslimischen Kulturkreis.
Die Reaktionen auf sein Comeback waren überwiegend positiv. Yusuf Islam spricht sowohl alte Cat Stevens-Fans, als auch neue, jüngere Fans, Muslime und Nichtmuslime, an. Es gab allerdings auch Kritik seitens der islamischen Gemeinde, dass er sich wieder dem weltlichen Musikgeschäft zugewandt hat. So äußerte beispielsweise Scheich Ibrahim Mogra vom Muslim Council of Britain, dass moderne Musik "viel mit Tanz, Nacktheit und Drogen zu tun hat und dies Dinge sind, die nicht erlaubt sind." Musik solle seiner Meinung nach nur mit "Gesang und Trommeln zugelassen sein".
Yusuf Islam ist wieder zurück und leistet einen wichtigen Beitrag zum interreligiösen Dialog. 2007 wird ihm der "Echo" für sein Lebenswerk verliehen. Der Preis zeichnet Personen für ihr außerordentliches kulturelles, gesellschaftliches und soziales Engagement aus.
Quelle: "Cat Stevens Yusuf Islam - Mit Welthits auf dem Weg zu Allah" von Albert Eigner, u.a.