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Zeiten des Krieges in Israel und es gibt keine Aussicht auf eine Waffenruhe oder ein Ende der politischen und religiösen Auseinandersetzungen, die für den Tod hunderter unschuldiger Menschen verantwortlich sind. Die Waffe wird wahllos gebraucht, ohne daran zu denken, dass es Menschen gibt, die an den Frieden glauben und auf andere Weise demonstrieren wollen, dass das Zusammenleben verschiedener Kulturen möglich ist.
Inmitten dieser erschütterten Lage, in Tel Aviv, entwickelte ein junger, musikalischer Israeli ein Projekt, das die ethnische Musik des Landes revolutionierte: das „Idan Raichel Project".
Heute, nach drei veröffentlichten CDs und mehr als 150.000 verkauften Exemplaren (dreifach Platin), ist dieses kulturelle Projekt Realität und nicht mehr wegzudenken aus der Weltmusikszene.
Alles begann im Jahr 2002 mit dem ersten Album „The Idan Raichel Project". Idan Raichel komponierte viele der Tracks, sang und spielte Keyboard in Zusammenarbeit mit verschiedenen Sängern und Musikern.
Drei Jahre später, 2005, wurde das zweite Album „Mi'ma'amakim" veröffentlicht und mehr als 120.000 mal verkauft. Diesmal wurde das sprachliche Repertoire erweitert. Mehrere Songs wurden in hebräisch und amharisch, Tingra Hindi und jemenitisch aufgenommen. Im Jahr 2006 wurde das Projekt erstmals außerhalb Israels bekannt und etablierte sich in der internationalen Szene. Seither feiert das Projekt große Erfolge in der ganzen Welt. Das dritte Album „Within my Walls" wurde 2008 veröffentlicht. Am 15./16. Januar 2009 startet in Tel Aviv die „Idan Raichel Project" Tour.
Über 70 Musiker jeden Alters und verschiedenster Nationalitäten arbeiteten gemeinsam mit dem 29-jährigen Idan Raichel an dem Projekt. Die Besonderheit der Arbeit ist die philosophische Bedeutung und die Überwindung der Grenzen zwischen akustischer und elektronischer Musik. Die vielen verschiedenen ethnischen Einflüsse und Rhythmen sind beispielhaft für ein friedliches Miteinander und einen multikulturellen Wohlklang.
Idan entdeckte eine „Herzenslösung", indem er Stile, die er liebte, und ethnische Rhythmen in die äthiopische Folkmusik integrierte und durch arabische Poesie, jemenitische Gesänge, biblische Psalmen und karibische Rhythmen ergänzte. Idan Raichel macht Weltmusik.
Teile seiner Familie stammen aus Osteuropa. Er selbst ist fasziniert von äthiopischer Kultur, die er durch jugendliche Migranten kennenlernte, mit denen er zu tun hatte, als er als Rechtsanwalt in einer kleinen Kanzlei angestellt war. Nach Idans Auffassung weist die traditionelle äthiopische Musik die exotischsten Melodien auf und ist außerdem sehr gefühlsbetont.
Obwohl man weiß, dass Idan Raichel der letzten israelischen Regierung kritisch gegenüberstand, zieht er es vor keine ideologischen oder politischen Themen in seine Kompositionen einzubringen, zumindest nicht offenkundig. Er singt über allgemeine Themen, wie Liebe oder soziale Probleme und ruft zum Dialog zwischen verschiedenen Zivilisationen auf. Er weist darauf hin, dass es Zeit ist an zwischenmenschliche Beziehungen zu denken und nicht an Krieg.