Fernando Leon de Aranoa-Invisibles
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In der cinematographischen Filmszene gibt es nicht all zu viele Filmemacher wie den Spanier Fernando Leon de Aranoa. Doch könnte seine Biographie auch als Anfang einer seiner Filme dienen. Eigentlich wollte er Illustrator werden, doch hat er mit dem Einschreibetermin an der Uni etwas durcheinander gebracht und fing dann an, an der Audiovisuellen Fakultät Madrid zu studieren. Durch schieren Zufall macht Fernando Leon auf brilliante Art und Weise zwar genau das, was er immer machen wollte, Geschichten erzählen und über die Realität auf unserem Planeten sprechen und das immer aus der persönlichen Perspektive, doch verwirklicht er seine Ideen und Gedanken nun durch bewegte und nicht gezeichnete Bilder.
Mit 19 Jahren arbeitete er als Drehbuchautor für einige Fernsehsender und drehte später seinen ersten Kurzfilm, Sirenas, mit dem er auch zahlreiche Preise gewann. Dies verhalf ihm dazu, dass Produzent Elias Qurejeta sich seiner an nahm und mit dessen Unterstützung entstand Fernandos erster Film in voller Spieldauer.
Ein ausgeklügelter Film, der tief in die Welt einer Familie und ihrer Farce drumherum blicken lässt. Damit gewann er den Goya-Award für den besten Newcomer Regisseur und die beste Regie, den FIPRESCI-Award und den Audience-Award in SEMINCI Valladolid, plus viele andere!
1998 schrieb und verfilmte er Barrio, in welchem es um den ganz normalen Jugendalltag geht, Sommerhitze, das Leben und die Probleme von drei Freunden die zusammen in einer Sozialbau Siedlungen wohnen. Dafür erhält er drei Mal eine Auszeichnung beim Goya-Award für Regie, Drehbuch und beste Darstellerin. Außerdem gewinnt er noch beim "The Concha de Plata Award, beim "Festival Internacional de Cine de San Sebastian, wieder den FIPRESCI-Award, zusätzlich den Fotogramas-Award und viele mehr.
2002 schreibt und führt er Regie in dem Film Los Lunes al sol (Montags in der Sonne). Ein sozialkritischer Film bei dem es um die Schiffswerftkrise in Gijon, einer Industriestadt im Norden Spaniens, geht. In der Hauptrolle Javier Bardem. Der Film schildert die erniedrigenden Auswirkungen von Nichtbeschäftigung auf eine Gruppe Männer, welche arbeitslos aufgrund der Schließung ihrer Schiffswerft, zurückgelassen und vergessen wurden. Der Film zeigt Traurigkeit, Nostalgie und Hoffnungslosigkeit, doch zugleich auch Freundschaft, Treue und Zartheit in der zwischenmenschlichen Beziehung der Hauptcharaktere. Da die Männer alle über 40 sind, ist es schwer für sie, wieder in ein Angestelltenverhältnis zu kommen und sich somit zu integrieren. Auch dieses Werk gewinnt einmal mehr bei den Goya-Awards, ganze fünf Mal, mitunter für den besten Film, beste Regie und beste Hauptrolle.
2005 ist er wieder als Autor und Regisseur für sein viertes Werk, Princesas, tätig, bei dem er außerdem sein Debüt als Produzent absolviert. Es ist die Geschichte zweier befreundeter Prostituierten, die eine ist Spanierin und die andere Immigrantin. Es geht um die Leben und Probleme der beiden Frauen, um genau zu sein, geht es um die Spannungen in der Kollektive spanischer und ausländischer Prostituierten.
Auch dieser Film gewinnt ein weiteres Mal bei den Goya-Awards und unter vielen anderen gibt es Auszeichnungen für beste Hauptdarstellerin und beste Filmmusik, die hier übrigens von Manu Chao kam.
Seine letzte Arbeit findet man als Teil eines Projekts, produziert von Javier Bardem, gennant, Invisibles. Fünf kurze Filme für die NGO Medicos sin Fronteras, mit der Intention auf verschiedene längst vergessene Probleme und Konflikte rund um den Globus aufmerksam zu machen. Die fünf Filmemacher, Fernando Leon, Win Wenders, Isabel Coixet, Mariano Barroso und Javier Corcuera verfilmten fünf verschiedene Themen aus origineller und persönlicher Betrachtungsweise.
In Fernando Leons Teil geht es dabei um den Mangel an Sicherheit in Uganda, einem Ort, wo mehr als tausend Minderjährige jede Nacht weit und viel laufen müssen, um einen Platz zum Schlafen und Leben zu finden.
Fernando Leon versteht es einfach, alltägliche Themen und Geschichten auf ein hohes, kunstvolles Niveau zu stufen und lässt normal als speziell erscheinen - überhaupt beherrscht er es, einen vergessen zu lassen, dass man sich gerade einen Film ansieht und nach gewisser Zeit schafft Fernando es sogar, dass man mit der Geschichte förmlich verschmilzt und sich als Teil dieser fühlt.