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Der Unbekannte

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Er ist Berliner und Vegetarier. Er liebt die Natur und die Kunst. Doch wer Falko Stengel wirklich ist, erfährt man erst, wenn man seine Arbeiten gesehen hat: ein Denker. Ob Fotografie oder Malerei, er hat oft eine Botschaft zu verkünden, meistens eingehüllt in düstere Atmosphäre. Es geht also um eine Symbiose von Rationalität und Emotion. Als Autodidakt experimentiert er und benutzt dabei verschiedene Techniken und Materialien, immer bestrebt in der Entwicklung nicht stehen zu bleiben. "Leben heißt Veränderung! Meine Arbeiten sind mein Leben."

Ob klassisch mit dem Pinsel auf Leinwand oder expressiv mit den Fingern auf alten Bodenplatten, ob Acryl oder Öl, Spachtel oder Schwamm, ausprobiert wird alles. Es geht in seinen Bildern um Gefühle, die er versucht auch beim Betrachter zu wecken. Gleichzeitig soll dieser zum Reflektieren angeregt werden. "Die Kunst ist omnipotent! Man schreibt nur ein Buch, komponiert nur ein Lied oder malt nur ein Bild und trotzdem entstehen so viele verschiedene Bücher, Lieder oder Bilder wie es Menschen sind, die lesen, hören oder sehen." In Anlehnung an den Surrealismus sind seine Motive meist symbolisch verzerrt oder besetzt. "Der Widerspruch" zum Beispiel zeigt ein Portrait von einem Menschen ohne Gesicht. Stattdessen wachsen ihm Hände aus dem Kopf, einige zur Faust geballt, andere flehend. Neben figürlichen Arbeiten malt er auch Landschaften, Objekte oder Abstraktionen. Manchmal sind sie farbintensiv, manchmal eher dezent, mal brutal und dann wieder sanft.

Parallel dazu beobachtet und fotografiert er die Welt um ihn herum. Auch beim "Sehen" durch die Kamera versucht er variabel zu bleiben. Da gibt es die Menschen mit all ihren Errungenschaften und Abgründen oder das Urbane mit seinen Strukturen und Automatismen. Es gibt die Natur mit ihrer Perfektion und die Geschichte mit ihren Zeugen. Und wenn es Nacht wird, geht die "Kreativ-Reise" weiter, fasziniert vom Kampf "Licht gegen Dunkelheit". Und sie geht auch dann weiter, wo im wahrsten Sinne das "Ende" ist, denn er verschließt das Objektiv nicht vor Verfall und Zerstörung. Mehrere seiner Fotoserien beschäftigen sich mit verlassenen Industrieanlagen, Abrisshäusern und der Vernichtung von baulich manifestiertem "Erbe" politischer Systeme. "Der Verfall gehört zum Sein dazu. Wenn man ihn ausblendet, blendet man einen wesentlichen Teil des Ganzen aus und macht es damit unvollkommen."

Er selbst sieht sich als "Kreativer" und mag es nicht, sich selbst "Künstler" zu nennen. "Das tun viel zu viele. Die Leute, die sich meine Arbeiten ansehen, müssen entscheiden, ob sie Kunst vor sich haben. Es ist eben Geschmackssache. Für mich ist ein Künstler ein Ideal. Jemand, der Ideen hat und die Fähigkeiten, diese umzusetzen!"

Am 05. Dezember 2008 um 19:00h findet die Vernissage zu der Ausstellung "Kontraste" im Sprachenatelier Berlin statt. Gezeigt werden bis zu den Weihnachtsferien Fotografie und Malerei von Falko Stengel.


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