KUTIMAN
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Ist Israel Gegenstand der internationalen Nachrichten, so wird meist über den Konflikt mit Palästina berichtet. Ein alltäglicher Wahnsinn, ein niemals enden wollender Krieg, der die Kulturszene beider Länder verpestet. Es scheint zwar schwer zu glauben, doch auch in Kriegszeiten existiert Kreativität! Dass Kreativität sich auch unter widrigen Umständen wie diesen bis zur Oberfläche kämpft, ist die eine Sache. Dass und wie sie aber ihren Weg in den Westen findet, das ist eine andere Geschichte.
Eine Geschichte, die der israelische Musiker Kutiman Kutiel angefangen hat, zu schreiben. Es klingt zwar erstaunlich, aber der Komponist und Produzent aus Tel Aviv hat vor gerade mal fünf Jahren begonnen, sich gemeinsam mit seinem Freund DJ Sabbo mit Funk und Afrobeat von großen Namen wie James Brown oder Fela Kuti zu beschäftigen. Wenngleich dies nicht sein erster Kontakt mit Musik war, denn bereits mit sechs Jahren spielte er Klavier, mit 14 Gitarre und mit 18 Jahren nahm Kutiman ein Musikstudium an der Rimon-Schule auf. Vor allem jedoch wurde er von der Musik beeinflusst, die er zusammen mit seinen Freunden hörte und die die lokalen Radiostationen sendeten... Ein musikalisches Universum, welches Kutimans Neugier weckte und die Idee hervorbrachte, nach Jamaika zu reisen, um die Wurzeln des Reggae kennenzulernen. Vor Ort ließ er sich dann von der Magie des Afrobeat und vom Rock und Soul der 70er inspirieren.
Nach seiner Rückkehr suchte Kutiman prompt sein eigenes Studio in Tel Aviv auf, um mit DJ Sabbo und anderen Freunden (Karolina, Elran Dekel, Chaka Moon u.a.) ein Album aufzunehmen, welches origineller nicht sein könnte. Klänge des Afrobeat mischen sich hier mit westindischen Grooves, Easy Listening, Rock, Soul und sogar Pop. Ein großartiger Mix, der ein Land überraschte, dessen Musikszene trotz großer Talente immer noch recht übersichtlich ist. „No Groove Where I Come From", wie es einer der Songs auf den Punkt bringt. Kutiman Kutiel versteht es bestens, das mächtige Instrument namens Internet – ganz besonders MySpace – für sich zu nutzen, um Grenzen zu überwinden. Doch Kutiman geht noch einen Schritt weiter und ist nicht nur für die Clubszene seines eigenen Landes ein guter Bekannter, sondern hat auch begonnen, durch große Städte wie Paris zu touren. Und das ist erst der Anfang.