Nawal Al Sa'dawi
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Als Autorin und Psychiaterin hat sie mehr als vierzig Bücher und Essays veröffentlicht. Zu Beginn der 70er Jahre begann sie, die sexuellen Angriffe auf Frauen zu untersuchen, was die Jahre der sexuellen Tabus deutlich vernichtete. Nachdem Al Sa'dawi 1981 kritische Äußerungen in ihrer Zeitschrift Al-Sahha über Präsidenten Sadar veröffentlichte, wurde sie Dank seiner Anordnung für drei Monate inhaftiert. Als Ergebnis schloss man ihre Zeitschrift und verbot jegliche Publikationen Nawal Al Sa'dawis. Ihr feministischer Aktivismus sorgte dafür, dass Nawal die Arab Women Solidarity Association (AWSA) gründete. Doch wieder fand sie sich verfolgt von ägyptischen Führern und Hosni Mubarak, der die pazifistische Vereinigung wegen ihrer starken Meinung zum Golf Krieg überging. Schon bald fand die Polizei ihren Namen auf einer Liste fundamentaler Terroristen, woraufhin sie Ägypten verließ und in die USA auswanderte. Die religiöse Kraft, so stark verstrickt mit dem politischen Leben, entschied fünf Jahre zuvor, dass die Unterdrückung der Kämpfer für die Freiheit weiter voran getrieben wird. Nawal Al Sa'dawi wurde von einem fundamentalistischen Anwalt aufgrund ihrer Abtrünnigkeit denunziert. Ihr Verbrechen versteht sich in der Kritik der Gültigkeit des Korans, wodurch Nawal von einem religiösen Gericht, welches dem alten und traditionellen System der Hisba folgte, verurteilt wurde. Wäre sie für schuldig erklärt worden, hätte sich ihr Mann dazu verpflichtet gesehen, sie zurück zuweisen und sich nach ihrem 40-jährigen, gemeinsamen Leben von ihr scheiden zu lassen. So katapultierte sich ihr Name in die internationalen Massenmedien und eine enorme solidarische Kampagne startete, an der auch Schriftsteller wie Paul Auster, Isabel Allende oder Noam Chomsky teilnahmen.
All diese Unbeständigkeiten hinderten selbst nach dem Verlassen der Psychiatrie nichts daran, dass Nawal weiter für die Menschenrechte kämpfte. Ihre Romane zeigen die unterschiedlichen Arten von Unterdrückung, die den arabischen Frauen angetan werden. Ihre bekanntesten Bücher „The Hidden Face of Eve" , „Women in the Arab World" (1977), „Woman at Point Zero" (1979) oder „Memories from the Women's Prison" (1984) verdeutlichen den Mechanismus der Tyrannei, die medizinische und erzieherische Verstümmlung in der arabischen Welt. Für die ägyptische Autorin, selbst nach den vielen vergangenen Jahren seit der Publikation ihrer Texte, ist die Emanzipation der arabischen Frauen im Land noch nicht angekommen. Voraussichtlich wird sie auch erst eintreffen, wenn das Land von allen Arten der Ausbeutung liberalisiert ist, sei es ökonomischer, sexueller oder kultureller Herkunft.