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30.07.2007

Interview mit Kenedi Hasani

Frage: „Kenedi gets married" ist der dritte Teil der „Kenedi"-Trilogie. Die ersten beiden Teile waren Dokumentarfilme. Haben Sie die Idee, mit „Kenedi gets married" einen Spielfilm folgen zu lassen, gemeinsam mit dem Regisseur Želimir Žilnik entwickelt?

Kenedi Hasani: Als ich aus Deutschland abgeschoben wurde, war ich 17 Jahre in Deutschland. In Serbien habe ich dann einen Kollegen getroffen, der mich gefragt hat, ob ich Lust habe, einen Film zu machen. Er hat mich mit der Produktion bekannt gemacht und ich habe denen von meiner Situation und meinen Problemen erzählt. Dann hat er gesagt, in Ordnung, wir probieren einen Film, entweder klappt das mit der Kamera oder es klappt nicht. Es hat geklappt, und ich habe einen Dokumentarfilm gemacht, über die Rückreise nach Belgrad. Danach habe ich an „Hamlet" mitgearbeitet. Und jetzt „Kenedi gets married". Sicher denke ich daran, meine Filmkarriere weiterzumachen.

F.: Wie denken Sie heute über diese ganze Geschichte mit der Abschiebung?
K.H.: Die Emigranten aus Deutschand werden hierher abgeschoben, aber hier haben die Leute keine Zukunft und kein Haus. Vor allem diejenigen mit mit 6 oder 7 Kindern haben hier Probleme, die leben praktisch auf der Straße. Die Kinder wurden in Deutschland geboren, aber die Deutschen geben keine unbefristete Aufenthaltserlaubnis. Dann hat man dort vier Jahre verbracht, und als der Vertrag zwischen Deutschland und Serbien-Montenegro ausgehandelt war, begannen die Abschiebungen. Aber die Ausländer haben hier kein gutes Leben. Wir sind an das Leben in Deutschland gewohnt, nicht an das harte Leben hier.

F.: Würden Sie sich eher als Deutschen oder als Serben bezeichnen?
K.H.: Als Roma. Ich bin in Italien geboren, als kleines Kind bin ich mit 8 Jahren nach Deutschland gekommen, ich habe auch 2 Jahre in Wien gelebt. Ich bin es gewohnt, in Deutschland zu leben. Das Leben hier kann man kaum in den Griff kriegen. Für mich liegt die Zukunft in Deutschland.

F.: Sie haben auch bei „Hamlet", einer Shakespeare-Adaption von Aleksandar Rajković in einer Roma-Siedlung, der in Novi Sad ebenfalls einige Preise bekam, mitgemacht?
K.H.: Die Schauspieler sind arm. Die arbeiten nicht für den vollen Preis, sondern etwa für die Hälfte des üblichen Honorars. Wir haben bei „Hamlet" gespielt, insgesamt 200-300 Leute. Der Produzent hat Žilnik angerufen und der hat gesagt, ja, der kann eine Rolle in „Hamlet" spielen. „Hamlet" selbst ist ein guter Film. Ich habe mein Bestes gegeben, auch in „Kenedi gets married". Ich wünsche mir, dass man den Film in ganz Europa sieht.

K.H.: Woher kommst Du?
F.: Aus Berlin.
K.H.: Berlin ist sehr gut, da gibt es viele Türken.
Želimir Žilnik: Erzähl ihm bitte, was Du getrunken und gegessen hast, als Du in Deutschland für Geld gefickt hast?
K.H.: Ich habe einen Liter Red Bull und Wodka getrunken und Müsliriegel gegessen. Dann habe ich Power genug für die ganze Nacht. Ich habe in Nürnberg und in Frankfurt einen Vertrag mit einer Erotikproduktion gemacht, da habe ich einen 45-Minuten-Film gedreht. In Duisburg haben mir die Zahnärzte, die ich gleichzeitig gefickt habe, 40 bis 50 Euro bezahlt. Ich bin dort in einen Schwulenclub rein, auch in Österreich, die zahlen sehr gut, 300 Euro. Was verdient ein Ausländer sonst - 100 Euro im Monat! Das ist mein Job, ich gehe mit Frauen, Männern, kein Problem. Ich mache alle beide platt.

Die Fragen stellte Bernd Buder



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